Erinnerungsgang an den Weg der jüdischen Oldenburger am 10. November 1938

Wir möchten hier an den Erinnerungsgang am Donnerstag, den 10. November hinweisen und das umfangreiche Programm aufzählen, das die  Berufsbildenden Schulen Haarentor in Kooperation mit dem Arbeitskreis Erinnerungsgang konzipierten.

Wir freuen uns über eine eventuelle Zusammenarbeit mit der Integrierten Gesamtschule Kreyenbrück, die die Gestaltung des Erinnerungsgang 2017 übernimmt. Dies als Ergebnis der Kreyenbrücker Gemeinwesenarbeit, in der wir die Kontakte knüpften.
Im ersten Aufruf von 1981 von Manfred Reck und Klaus Dede werden Sinti als "Zigeuner" erwähnt und in den letzten Jahren ist im Programm von den Deportationen der Sinti die Rede.

Erinnerungsgang 2016

Donnerstag, 10. November, 15 Uhr
Beginn im Hof der Landesbibliothek (hinter der Landesbibliothek am Pferdemarkt)
Verlauf durch die Peterstraße, über den Julius-Mosen-Platz, durch die Haarenstraße, die Lange Straße, am Schloss vorbei und durch die Elisabethstraße zum ehemaligen Gefängnis in der Gerichtsstraße.

Welche Termine sind wichtig?

seit Mai | Geocache der FOI 12 | https://coord.info/GC6HZ9T

17. Okt. – 11. Nov. | Schulkino im Cine k | www.cine-k.de

3. – 27. Nov. | Stadtmuseum, Villa Francksen |

Ausstellung: „Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Münsterland“

4. – 18. Nov. | BBS Haarentor, Pausenhalle |

Schüler-Ausstellung: „Lebens- und Leidenswege jüdischer SchülerInnen der Handelslehranstalten Oldenburg im Umfeld des Nationalsozialismus“

8. – 19. Nov. | Landesbibliothek am Pferdemarkt, Foyer |

Schüler-Ausstellung: „Chemie im Dritten Reich“

(FOS Gesundheit –Klasse 12) sowie „Jüdische Schülerinnen und Schüer der Handelslehranstalten Oldenburg zwischen Verfolgung und Emigration – Ausgewählte Biographien“.

9. Nov. | 17:30 Uhr | Garnisonkirche, Peterstraße 41 | Ökumenischer Gedenkgottesdienst | anschließend Begegnung in der Jüdischen Gemeinde

10. Nov. | 14 Uhr | Garnisonkirche, Peterstraße 41 | Andacht: „Zukunftsweisend erinnern“ – Einstimmung auf den Erinnerungsgang – gestaltet von Schülerinnen und Schülern der BBS Haarentor

10. Nov. | 15 Uhr |

Erinnerungsgang

Start im Innenhof der Landesbibliothek am Pferdemarkt, Ende im Innenhof des ehemaligen Gefängnisses

13. Nov. | 17 Uhr | St. Stephanus-Kirche |

Musik: „Die Würde des Menschen“ – Musik und Texte zum Erinnerungsgang

23. Nov. | 14 Uhr (Schülerkino) & 19 Uhr (öffentliche Premiere mit Regisseurin ) | Casablanca Kino |

„Wir sind Juden aus Breslau.

Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933“


 

Martin Luther und das Judentum

Fast zeitgleich mit unserer Ausstellung "Katarina Taikon - schwedische Romaaktivistin und Kinderbuchautorin" findet die Ausstellung "Martin Luther und das Judentum" in der Carl von Ossietzky Universität statt. Erfreulich.

Es wird hoffentlich nicht weitere 500 Jahre dauern, bis die Geschichte des Feindbildes "Zigeuner" bei Luther aufgearbeitet wird und die jetzt noch zu spürenden Folgen verringert werden. Hier ein Artikel von Miriam Breß

1. bis 17. November 2016 –

Ausstellung Martin Luther und das Judentum – Rückblick und Aufbruch

an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Foyer des Hörsaalzentrums, Uhlhornsweg 86,
Täglich 9 bis 20 Uhr (außer an Sonntagen)

Martin Luther hat ein schwieriges Erbe hinterlassen. In der Anfangszeit der Reformation hat er dafür plädiert, die Juden menschlich zu behandeln. Später hat er sie unerträglich geschmäht und die Anwendung von Gewalt gegen sie gefordert.
Auch sein übriges Schrifttum lässt keinen Raum für jüdisches Leben. Alles Licht fällt auf die Seite des Evangeliums, alles Dunkel auf die jüdische Seite, symbolisiert vom Gesetz ohne Gnade.
Lucas Cranach und seine Schule haben diese Auffassung Luthers auf vielen Bildern umgesetzt. Durch Wort und Bild ist seine negative Sicht der Juden durch die Jahrhunderte hin wirksam geworden. Das jüdische Selbstbild blieb bedeutungslos, obwohl Jesus, wie Luther anfangs betonte, „ein geborner Jude“ war.
Erst nach dem Holocaust haben die evangelischen Kirchen begonnen, sich dem lastenden Erbe von Luthers Judenfeindschaft zu stellen. Hier reiht sich die Ausstellung ein. Sie wird von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem Touro College Berlin getragen. Auf ihren Tafeln erhalten jüdische und christliche Perspektiven Raum.

Titelbild: Ausschnitt aus dem Weimarer Altarbild von Lucas Cranach (sen./jun.) mit dem Motiv Gesetz und Evangelium (Stadtkirche St. Peter und Paul, 1555) 

1. November 2016, 20 Uhr, Foyer des Hörsaalzentrums:

Ausstellungseröffnung und Empfang

Vortrag: „… und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit“.

Martin Luther und die Juden. Prof. Dr. Andrea Strübind, Universität Oldenburg

Initiatorin für das zeitnahe Zeigen der Ausstellung hier in Oldenburg (16. Oktober bis 18. Dezember 2015 wurde sie in Berlin das erste Mal gezeigt – ein lesenswerter Katalog der Ausstellung (zweite, verbesserte und erweiterte Auflage) ist in der Universität zu erhalten


 

Noch eine fast zeitgleiche Ausstellung in der Nachbarschaft und fast zum gleichen Thema, denn auch die schwedischen Roma haben ihre extreme Unzufriedenheit in den 60/70ern zu Gehör gebracht. Zwangssterilisierung, Wegnahme ihrer Kinder, kein Recht auf Schulbildung und unzumutbare Wohnsituationen führten zu Demonstrationen, ständige Diskussionen im Parlament usw. Künstlerisch haben in den Katitzibüchern die befreundeten Illustratoren, Fotografen und eben die Autorin Katarina Taikon zusammengewirkt...

11.11.16 - 15.01.17:

The Fevered Specters of Art - Die fiebrigen Gespenster der Kunst

11. November - 15. Januar 2017

Eröffnung: Donnerstag, 10. November 2016, 19:00

Die fiebrigen Gespenster der Kunst ist eine Ausstellung über das Verhältnis von Politik und Ästhetik. In der heutigen Zeit anhaltender Krisen, die ebenso politische wie wirtschaftliche Folgen haben, manifestiert sich eine extreme Unzufriedenheit oft in verschiedenen Formen von (nicht) gewaltsamen Protestbewegungen und Aufständen, die Regierungen zu Fall bringen. Dennoch gelingt mit es solchen Aktionen meistens nicht einmal, auch nur kurzfristige strukturelle Veränderungen zu bewirken. Dieses ist der Kontext, um auf den Radikalismus und die antikoloniale Revolution in der Epoche des Kalten Krieges zurückzublicken, in der sich die Ideen und der Glaube an die Möglichkeit eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels rund um den Globus verbreiteten.

Die fiebrigen Gespenster der Kunst präsentiert ein breites Spektrum von Herangehensweisen, die anhand spezifischer Ereignisse und historischer Kontexte einen Überblick über Theorien und Praktiken radikaler Politik der 1960er- und 1970er-Jahre bieten.

Darüber hinaus untersucht das Projekt, wie Künstler die Möglichkeiten neuer politischer Subjekte überdenken und wie komplexe sozialhistorische Bezüge im Bereich der Kunst angemessen hinterfragt und wieder aufgegriffen werden können. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf künstlerischen Strategien, die sich vielfältiger narrativer Strukturen und filmischer Erzählweisen bedienen und dabei auch auf Dokumente und Archive zurückgreifen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen aktuelle Kunstwerke, die ein neues Interesse an den revolutionären Ideen der 1960er- und 1970er-Jahre erkennen lassen. Sie konzentrieren sich vor allem auf Aktionen, die politische Vorstellungen gewaltsam zum Ausdruck brachten, um so einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel durchzusetzen. Diese Arbeiten beruhen nicht auf einer nostalgischen Faszination, sondern auf einem analytischen Interesse an radikal fortschrittlichen Ideen sowie auf einem ausgeprägten Bedürfnis, die Gründe zu erforschen, warum viele dieser Bewegungen in der Erreichung ihrer Ziele versagten.

Die Ausstellung Die fiebrigen Gespenster der Kunst wird erweitert durch einen zusätzlichen Raum, den wir das Cabinet nennen, mit einer Auswahl an Werken von Künstlern und Filmemachern, um die umfassende Herangehensweise des Projekts zu verdeutlichen.


 

Und nur weil es in Berlin und nicht in Oldenburg stattfindet, als letzter Beitrag:

Ausstellung:

45 Jahre Bürgerrechtsarbeit

deutscher Sinti und Roma

Noch bis zum 14. November im DokuZ Sinti und Roma (Berlin)

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurden die NS-Verbrechen an Roma und Sinti über Jahrzehnte hinweg beschwiegen und die Überlebenden erneut ausgegrenzt und ins Abseits gedrängt. Die Verantwortlichen des Völkermordes hingegen konnten in vielen Fällen als respektierte Mitglieder der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft weiterleben und ohne Angst vor Bestrafung ihre Karrieren fortsetzen.
Dem Engagement der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es zu verdanken, dass sich daran etwas geändert hat. Mit aufsehenerregenden Aktionen wie etwa dem Hungerstreik im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1980 verschafften sich die in der Bürgerrechtsbewegung Engagierten Gehör. 1982 erkannte Helmut Schmidt als erster deutscher Spitzenpolitiker den rassistisch motivierten Völkermord an Sinti und Roma als solchen an. Im selben Jahr erfolgte die Gründung des in Heidelberg ansässigen Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.
Der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma ist es gelungen, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten.

Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ersten Mal Thema einer eigenen Ausstellung: Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und weniger bekannte Ereignisse. die Ausstellung leistet damit einen wertvollen Beitrag zur überfälligen Beschäftigung mit diesem Kapitel deutscher und europäischer Zeitgeschichte.

In Anbetracht eines bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und der schwierigen Lage von Sinti und Roma in vielen Ländern Europas handelt es sich um die historische Einbettung eines sehr aktuellen Themas. Das Eintreten für Gleichberechtigung und Menschenrechte, von dem die Ausstellung berichtet, ist bis heute notwendig.

Öffnungszeiten: Montag 10:00 – 16:00, Mittwoch 12:00 – 18:00 Uhr und nach Vereinbarung (Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) Der Eintritt ist frei.

Adresse: DokuZ Sinti und Roma (Berlin) im Aufbau Haus
Prinzenstraße 84B, 10969 Berlin, (Zugang über die Oranienstraße)

Katarina Taikon

Deckel Katitzi i ormgropen

Donnerstag, 10.11., 19.00 Uhr, Kinoladen, Wallstr. 24

Katarina Taikon und ihre Katitzi-Bücher

(Vortrag mit Filmclips von Ute Wolters AG Jugendliteratur und Medien der GEW Berlin

Frau Wolters hat dieses Jahr eine Veranstaltung »Denn sie rauben sehr geschwind jedes böse Gassenkind …« Sinti und Roma in der Kinder- und Jugendliteratur organisiert. Sie hat viele Artikel zu dem Thema Sinti und Roma in der Kinder- und Jugendliteratur geschrieben.

Sie wird Ihren Vortrag über Katarina Taikon und ihren autobiografischen Büchern sicher auch über den Brief von Astrid Lindgren an Katarina Taikon berichten und der folgenden spannenden Entwicklung.

Wichtig: Der Film „Taikon“, der im offiziellen Programm der KIBUM am 10. 11. angekündigt ist, muss leider wegen aktuellen Verkaufsverhandlungen in die BRD ausfallen.

Katitzi! Katitziiii!“ „Wo steckt dieses Kind bloß wieder? Ewig muß man hinter ihr herlaufen und sie suchen!“ Fräulein Larson war sehr aufgeregt. Seit fünfundzwanzig Jahren leitete sie dieses Kinderheim, aber noch nie hatte sie solch ein unmögliches Kind wie Katitzi hier gehabt.

So fängt das Buch „Katitzi“ an, unschwer am „Fräulein“ ist das Alter der Geschichte zu erkennen, „Fröken“ in der Originalsprache Schwedisch.* Die Oldenburger KIBUM (Kinder- und Jugendbuchmesse) mit dem Thema „Schweden“, war der Anlass für den Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. über die schwedische Romaaktivistin und Kinder / Jugendbuchautorin Katarina Taikon zu berichten. Die Romanfigur Katitzi, zusammen mit den international bekannten wie Nils Holgersson oder Pippi Langstrumpf, war eine der wichtigsten Figuren der schwedischen Kinderliteratur. Hunderttausende von Kindern und Erwachsenen haben das Buch in Schweden gelesen. Im Jahr 1980 zum Beispiel, wurde das Buch 432.000 Mal aus den Bibliotheken ausgeliehen. Katarina Taikon hat neben ihren 13 Büchern alle möglichen Medien (Schallplatte, 6 teilige Fernsehserie, (VHS, DVD), Comics, Bilderbücher usw.) und Übersetzungen in Frankreich, Deutschland, Norwegen, Dänemark, Ungarn und Rumänien herausgebracht.

In Schweden gibt es seit einigen Jahren mehr Medienöffentlichkeit wegen der verstärkten „Fremdenfeindlichkeit“: darunter auch das Erinnern an die Bürgerrechtsarbeit dieser Frau. Im Herbst 2012 erregte Lawen Mohtadis Buch über Katarina Taikon: „Der Tag, als ich frei wurde“, sehr viel Aufmerksamkeit in den Medien. Es folgte 2015 der Film „Taikon“, wo Mohtadi Co-Autorin und -regisseurin war. Er wird gerade im schwedischen Fernsehen und im Kino gezeigt und lief auch im Europäischen Parlament. Taikons Bücher werden wieder neu aufgelegt und haben für Pädagog_innen zahlreiche Handreichungen für den Unterricht.

Katarina Taikon erfuhr im Jahr 1963 die erste Aufmerksamkeit mit ihrem ersten Buch „Zigenerska‚ (Zigeunerin) in der schwedischen Öffentlichkeit. Mit ihrer politischen und literarischen Arbeit kämpfte sie für die Rechte der Roma in Schweden zusammen mit ihrer Schwester Rosa Taikon und vielen anderen. Als Ausdruck der Diskriminierung durfte sich  die Familie sich an keinem Ort länger aufhalten als drei Wochen, bevor die Polizei oder Nachbarn sie zwang den Ort zu verlassen. Durch das erzwungene, wenig romantische Dauerreisen konnten die wenigsten schwedischen Roma lesen und Schreiben. Auch wurden sie in den Schulen nicht gern gesehen. Katarina hat auch erst mit 26 Jahren diese wichtigen Fertigkeiten erlernt und das so gut, dass neben den autobiografischen Büchern viele politische Pamphlete, Artikel und Bücher über die Lage der schwedischen Roma (teilweise in einem eigenen Verlag) erschien.

Die Hauptforderung nach einer Schulbildung und Recht auf eine Wohnung verband damals viele Roma und Unterstützer aus Kultur und Politik. Roma sollten endlich als Teil der schwedischen Gesellschaft gelten.

Die Buchreihe „Katitzi „ war auch ein wichtiges Beispiel für die neue Art der realistischen Kinder- und Jugendliteratur in den 1970er Jahren und hat eine weibliche Hauptfigur, was nicht selbstverständlich war.

Programm

Samstag, 5.11.2016, 17.00 Uhr

Eröffnung der Ausstellung, Katharinenstraße 1 mit der Musikgruppe Sinti-Swing Oldenburg

Ausstellung vom 6. – 15. November 2016

Täglich von 9.30 – 12.30 Uhr und 15.00 – 18.00 Uhr in der Katharinenstraße 1

Sonntag, 6.11, Mittwoch, 9.11, Donnerstag 10.11. und Freitag, 11.11. 2016, jeweils 15.00 Uhr

Vorlesungen mit Puse Schröder aus den übersetzten Katitzi Büchern

Donnerstag, 10.11., 19.00 Uhr, Kinoladen, Wallstr. 24

Katarina Taikon und ihre Katitzi-Bücher

(Vortrag mit Filmclips von Ute Wolters AG Jugendliteratur und Medien der GEW Berlin

Wichtig: Der Film „Taikon“, der im offiziellen Programm der KIBUM am 10. 11. angekündigt ist, muss leider wegen aktuellen Verkaufsverhandlungen in die BRD ausfallen.

Samstag, 12.11.2016, 15.00 Uhr

TheaterWerkstatt Kalasahy


(Puse Schröder, Julia Ritterhoff) mit dem Stück „Ein wunderschönes Ei“

Das Huhn Gakkita kann keine Eier legen und ihre Schwestern machen sich darüber lustig.
Eines Tages findet Gakkita ein ganz besonderes Ei. Als sie beschliesst es auszubrüten, fängt das Abenteuer an...

* Hier erkämpfte die Frauenbewegung eine Änderung: Am 16. 2. 1971 schafft die BRD die Anrede „Fräulein“ im Amtsdeutsch ab.
Motiv der Ankündigung ist das Deckblatt der dänischen Katitzi Ausgabe unter Verwendung einer Illustration von Björn Hedlund, einem Freund Katarina Taikons.

Gedenktag 27. Januar 2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Leser*innen

Dieses Jahr haben wir keine Veranstaltungsreihe um den 27. Januar organisiert und es war auch zu spät, um die verschiedenen Organisationen, Vereine und Gruppen an einen Tisch zu bekommen, um diesen Tag gemeinsam zu erinnern. Ein kleiner Ersatz und Ausblick , wie es vielleicht nächstes Jahr aussehen könnte, ist diese Terminsammlung. Vermutlich haben wir Termine übersehen oder sie finden ausserhalb Oldenburgs statt, z.B. wird es in Delmenhorst eine Gedenkveranstaltung mit  Beiträgen unseres Verein im Rathaus der Stadt geben

Termine:

Sonntag, 24. Januar 2016 | 20 Uhr | Kulturetage, Bahnhofstraße 11 | CineK

L'Chaim - Auf das Leben

Belgien | Deutschland | Frankreich | Israel | Niederlande 2014, 92 Min, Regie: Elkan Spiller

Er war Hippie und Dealer, erfolgreichen Geschäftsmann in New York und professionellen Schachspieler in St. Tropez, lebte in Paris, London, Deutschland und Afghanistan. Und zieht, als seine Mutter schwer krank wird und Hilfe braucht, mit 63 Jahren zu ihr nach Antwerpen. Chaim Lubelski ist eine charismatische Persönlichkeit.

Mit dem Dokumentarfilm »L'Chaim« hat Regisseur Elkan Spiller eine sehenswerte Dokumentation über ihn gedreht und lässt auch die Zuschauer eintreten in das besondere Leben dieses faszinierenden Mannes, der seine Mutter, eine Überlebende der Shoa, hingebungsvoll pflegt. Das gemeinsame Leben der beiden ist von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und Humor geprägt. Mit großer Nähe begleiten die Zuschauerinnen und Zuschauer ihren Alltag, teilen ihre Gedanken und ihr Lachen. Wir freuen uns sehr, den Regisseur, Elkan Spiller, im Cine k begrüßen zu dürfen. In Kooperation mit der Ev. Akademie Oldenburg. Kosten: 10,– (inkl. Imbiss)

Dienstag, 26. Januar 2016 | 20 Uhr | Kulturetage, Bahnhofstraße 11 | CineK

Was hat Hamburg
nur mit euch Frauen gemacht?

Zu Gast: Regisseurin Christiane Rothmaler // Der Eintritt ist frei.

Deutschland 1992, 90 Minuten, Regie: Christina Kukielka, Christiane Rothmaler, Stefan Corinth

Dieser Film zeigt die Kontinuität der sozialen Verfolgung von Frauen von 1920 bis heute. Drei Hamburger Frauen – Herta B., Anna D. und Olga P. – erzählen ihr Schicksal als Kinder und Jugendliche in den Hamburger Heimen Averhoffstraße, Abendroth-Haus und Feuerbergstraße. Fast „zwangsläufig“ wurden sie später zur „Umerziehung“ in die Alsterdorfer Anstalten und in das Arbeitshaus Farmsen der damaligen Hamburger Wohlfahrtsanstalten eingewiesen. Ihre Geschichte steht stellvertretend für das Schicksal tausender Frauen, die für den – bürgerlichen – NS-Staat bzw. für die Hamburger Fürsorge unerwünscht waren. In Kooperation mit dem Feministischen Referat der Universität Oldenburg.

Dienstag, 26.1.2016 | 20 Uhr | Forumskirche St. Peter | FORUM St. Peter Lesung und Konzert

„Was man nicht vor Augen hat,
kann man hinter sich nicht bringen“

Elazar Benyoëtz (geb. 1937) ist ein israelischer und deutscher Schriftsteller, für den sich Schreiben und Verantwortung aufs Engste verbinden. In seinem Leben hat alles mit dem Holocaust Berührung. Seit 1939 lebt er in Jerusalem. Knapp und gestochen scharf fasst er Lebenseinsichten zusammen. „Was nach allen Antworten bleibt, ist die Frage.“ Der Geiger und Pianist Kolja Lessing gehört zu den vielseitigsten Musiker unserer Zeit. Er komponiert und spielt– mit der vorgetragenen Poesie und Prosa korrespondierende –  Musik, auch die von verfemten vergessenen jüdischen Komponisten.

In Kooperation mit: Akademie der Ev.-Luth. Kirche in OL, Institut für Germanistik der UNI-OL, Stadtkirchenarbeit an der Ev.-luth. St. Lambertikirche

Mittwoch, 27. Januar 2016 | 12 Uhr | Friedhofsweg | Freundeskreis für Sinti und Roma e.V.

Treffen am Gedenkstein

zur Erinnerung an die 74 von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten Oldenburger Sinti und Roma am Friedhofsweg beim ehemaligen Ziegelhof. Danach Treffen im MARO KHER, Münnichstr. 37, 26131 Oldenburg

Mittwoch, 27. Januar | 11 – 12.30 Uhr | Kulturzentrum PFL | Werkstattfilm, Kulturbüro Stadt Ol

„Wir glaubten, die Sonne geht nicht wieder auf“

Filmpräsentation für Oldenburger Schulen.

Die kostenfreie Sondervorstellung des Dokumentarfilms über einen in Vergessenheit geratenen Oldenburger NS-Prozess. Film über Schicksal der Juden im westukrainischen Kowel Seit 2011 arbeiteten die Mitarbeiter des Vereins Werkstattfilm an einem weder wissenschaftlich noch publizistisch aufgearbeiteten Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus: der Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung im westukrainischen Kowel. Der Prozess gegen die beiden maßgeblich an der Ermordung der Juden von Kowel beteiligten NS-Verbrecher, Erich Kassner und Fritz Manthei, fand von 1965 bis 1966 vor dem Landgericht Oldenburg statt und dauerte 13 Monate. Erst 20 Jahre nach Kriegsende war es der Justiz gelungen, die beiden Männer aufzuspüren und zu verurteilen.

Mittwoch, 27.1.2016 | 18.00 Uhr | CvO-Universität, A01 0-005 | Feministisches Referat FEMREF

warum sie sinti und roma
und nicht ,,zigeuner" heißen

Sinti und Roma sind seit je her eine Minderheit die von Verfolgungen, Krieg und Diskriminierungen betroffen sind. Seit Beginn der eigentlichen Menschheitsgeschichte erfährt die Minorität keine Akzeptanz in der Mehrheitsbevölkerung Die über Jahrhunderte langen produzierten Stigmata lassen sich nur schwer bei den meisten Menschen lösen oder gar löschen. Sara Paßquali kennt aus eigenen Erfahrungen die Vorurteile gegenüber Sinti und Roma. mit den festsitzenden Vorurteilen und versucht diese aufzubrechen. Der Referentin liegt es daran, Geschichtliches näher zu bringen, Begriffe zu erklären und Vorurteile abzubauen. Denn Antiziganismus besitzt eine fatale Mischung aus Gleichgültigkeit, Unwissenheit und Ablehnung. Dadurch kann sich das Bild über die Stereotype ,,Zigeuner" ungehindert fortsetzen und reproduziert werden.

Mittwoch, 27.1.2016 | 18.30 Uhr | Forumskirche St. Peter | FORUM St. Peter

Ökumenisches Gedenken
an die Opfer des Nationalsozialismus

Mittwoch, 27.1.2016 | 20 Uhr | Lambertussaal, Markt 1 | Gedenkkreis Wehnen e.V.

Ergebnisse der Forschungsarbeit
von Schüler*innen der Waldorfschule

Am 27. Januar, dem Holocaust Gedenktag, erinnern wir an die während der NS-Zeit getöteten kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Blankenburg am Stadtrand von Oldenburg.
Schüler der Oldenburger Waldorfschule besuchten vor 2 Jahren das Theaterstück „Blankenburg“. Danach, und durch die Forschung des Medizinhistorikers Dr. Ingo Harms, sowie durch einen Besuch der Gedenkstätte „Alte Pathologie“, wurde ihr Interesse an den Geschehnissen in Blankenburg geweckt. Es ist ihnen gelungen, Namen und Schicksal von 90 getöteten Patienten zu identifizieren.
Lotte Gott und Rasmus Helwig, Schüler der 11. Klasse der Waldorfschule, stellen die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit in einem Vortrag am 27. Januar um 20.00 Uhr im Lambertussaal vor.

Mittwoch, 10. Februar 2016 | 20 Uhr | Kulturetage, Bahnhofstraße 11 | CineK

Lesung und Konzert mit der Musikerin Esther Bejarano und der Band Microphone Mafia

Eintritt: 10,00 Euro. Wir bitten um Reservierung und Abholung der Karten bis zum 5.2.2016

Die Künstler_innen werden Lieder ihrer beiden Alben “La Vita Continua” und “per la vita!” auf der Bühne präsentieren. Zusätzlich wird die jüdische Musikerin Esther Bejarano aus ihrem 2013 erschienenen Buch “Erinnerungen – Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts” lesen und aus ihren Erfahrungen in der NS-Zeit berichten. Esther Bejarano hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Ihre Eindrücke, ihre Herkunft, ja ihre Geschichte drückt sie dabei seit Jahren schon zusammen mit ihrem Sohn Joram sowie weiteren Musiker_innen aus.

In Kooperation mit dem Feministischen Referat der Universität Oldenburg sowie der Ev. Akademie Oldenburg