Gedenktag 27. Januar 2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Leser*innen

Dieses Jahr haben wir keine Veranstaltungsreihe um den 27. Januar organisiert und es war auch zu spät, um die verschiedenen Organisationen, Vereine und Gruppen an einen Tisch zu bekommen, um diesen Tag gemeinsam zu erinnern. Ein kleiner Ersatz und Ausblick , wie es vielleicht nächstes Jahr aussehen könnte, ist diese Terminsammlung. Vermutlich haben wir Termine übersehen oder sie finden ausserhalb Oldenburgs statt, z.B. wird es in Delmenhorst eine Gedenkveranstaltung mit  Beiträgen unseres Verein im Rathaus der Stadt geben

Termine:

Sonntag, 24. Januar 2016 | 20 Uhr | Kulturetage, Bahnhofstraße 11 | CineK

L'Chaim - Auf das Leben

Belgien | Deutschland | Frankreich | Israel | Niederlande 2014, 92 Min, Regie: Elkan Spiller

Er war Hippie und Dealer, erfolgreichen Geschäftsmann in New York und professionellen Schachspieler in St. Tropez, lebte in Paris, London, Deutschland und Afghanistan. Und zieht, als seine Mutter schwer krank wird und Hilfe braucht, mit 63 Jahren zu ihr nach Antwerpen. Chaim Lubelski ist eine charismatische Persönlichkeit.

Mit dem Dokumentarfilm »L'Chaim« hat Regisseur Elkan Spiller eine sehenswerte Dokumentation über ihn gedreht und lässt auch die Zuschauer eintreten in das besondere Leben dieses faszinierenden Mannes, der seine Mutter, eine Überlebende der Shoa, hingebungsvoll pflegt. Das gemeinsame Leben der beiden ist von Zärtlichkeit, liebevollen Sticheleien und Humor geprägt. Mit großer Nähe begleiten die Zuschauerinnen und Zuschauer ihren Alltag, teilen ihre Gedanken und ihr Lachen. Wir freuen uns sehr, den Regisseur, Elkan Spiller, im Cine k begrüßen zu dürfen. In Kooperation mit der Ev. Akademie Oldenburg. Kosten: 10,– (inkl. Imbiss)

Dienstag, 26. Januar 2016 | 20 Uhr | Kulturetage, Bahnhofstraße 11 | CineK

Was hat Hamburg
nur mit euch Frauen gemacht?

Zu Gast: Regisseurin Christiane Rothmaler // Der Eintritt ist frei.

Deutschland 1992, 90 Minuten, Regie: Christina Kukielka, Christiane Rothmaler, Stefan Corinth

Dieser Film zeigt die Kontinuität der sozialen Verfolgung von Frauen von 1920 bis heute. Drei Hamburger Frauen – Herta B., Anna D. und Olga P. – erzählen ihr Schicksal als Kinder und Jugendliche in den Hamburger Heimen Averhoffstraße, Abendroth-Haus und Feuerbergstraße. Fast „zwangsläufig“ wurden sie später zur „Umerziehung“ in die Alsterdorfer Anstalten und in das Arbeitshaus Farmsen der damaligen Hamburger Wohlfahrtsanstalten eingewiesen. Ihre Geschichte steht stellvertretend für das Schicksal tausender Frauen, die für den – bürgerlichen – NS-Staat bzw. für die Hamburger Fürsorge unerwünscht waren. In Kooperation mit dem Feministischen Referat der Universität Oldenburg.

Dienstag, 26.1.2016 | 20 Uhr | Forumskirche St. Peter | FORUM St. Peter Lesung und Konzert

„Was man nicht vor Augen hat,
kann man hinter sich nicht bringen“

Elazar Benyoëtz (geb. 1937) ist ein israelischer und deutscher Schriftsteller, für den sich Schreiben und Verantwortung aufs Engste verbinden. In seinem Leben hat alles mit dem Holocaust Berührung. Seit 1939 lebt er in Jerusalem. Knapp und gestochen scharf fasst er Lebenseinsichten zusammen. „Was nach allen Antworten bleibt, ist die Frage.“ Der Geiger und Pianist Kolja Lessing gehört zu den vielseitigsten Musiker unserer Zeit. Er komponiert und spielt– mit der vorgetragenen Poesie und Prosa korrespondierende –  Musik, auch die von verfemten vergessenen jüdischen Komponisten.

In Kooperation mit: Akademie der Ev.-Luth. Kirche in OL, Institut für Germanistik der UNI-OL, Stadtkirchenarbeit an der Ev.-luth. St. Lambertikirche

Mittwoch, 27. Januar 2016 | 12 Uhr | Friedhofsweg | Freundeskreis für Sinti und Roma e.V.

Treffen am Gedenkstein

zur Erinnerung an die 74 von den Nationalsozialisten deportierten und ermordeten Oldenburger Sinti und Roma am Friedhofsweg beim ehemaligen Ziegelhof. Danach Treffen im MARO KHER, Münnichstr. 37, 26131 Oldenburg

Mittwoch, 27. Januar | 11 – 12.30 Uhr | Kulturzentrum PFL | Werkstattfilm, Kulturbüro Stadt Ol

„Wir glaubten, die Sonne geht nicht wieder auf“

Filmpräsentation für Oldenburger Schulen.

Die kostenfreie Sondervorstellung des Dokumentarfilms über einen in Vergessenheit geratenen Oldenburger NS-Prozess. Film über Schicksal der Juden im westukrainischen Kowel Seit 2011 arbeiteten die Mitarbeiter des Vereins Werkstattfilm an einem weder wissenschaftlich noch publizistisch aufgearbeiteten Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus: der Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung im westukrainischen Kowel. Der Prozess gegen die beiden maßgeblich an der Ermordung der Juden von Kowel beteiligten NS-Verbrecher, Erich Kassner und Fritz Manthei, fand von 1965 bis 1966 vor dem Landgericht Oldenburg statt und dauerte 13 Monate. Erst 20 Jahre nach Kriegsende war es der Justiz gelungen, die beiden Männer aufzuspüren und zu verurteilen.

Mittwoch, 27.1.2016 | 18.00 Uhr | CvO-Universität, A01 0-005 | Feministisches Referat FEMREF

warum sie sinti und roma
und nicht ,,zigeuner" heißen

Sinti und Roma sind seit je her eine Minderheit die von Verfolgungen, Krieg und Diskriminierungen betroffen sind. Seit Beginn der eigentlichen Menschheitsgeschichte erfährt die Minorität keine Akzeptanz in der Mehrheitsbevölkerung Die über Jahrhunderte langen produzierten Stigmata lassen sich nur schwer bei den meisten Menschen lösen oder gar löschen. Sara Paßquali kennt aus eigenen Erfahrungen die Vorurteile gegenüber Sinti und Roma. mit den festsitzenden Vorurteilen und versucht diese aufzubrechen. Der Referentin liegt es daran, Geschichtliches näher zu bringen, Begriffe zu erklären und Vorurteile abzubauen. Denn Antiziganismus besitzt eine fatale Mischung aus Gleichgültigkeit, Unwissenheit und Ablehnung. Dadurch kann sich das Bild über die Stereotype ,,Zigeuner" ungehindert fortsetzen und reproduziert werden.

Mittwoch, 27.1.2016 | 18.30 Uhr | Forumskirche St. Peter | FORUM St. Peter

Ökumenisches Gedenken
an die Opfer des Nationalsozialismus

Mittwoch, 27.1.2016 | 20 Uhr | Lambertussaal, Markt 1 | Gedenkkreis Wehnen e.V.

Ergebnisse der Forschungsarbeit
von Schüler*innen der Waldorfschule

Am 27. Januar, dem Holocaust Gedenktag, erinnern wir an die während der NS-Zeit getöteten kranken und hilfsbedürftigen Menschen in Blankenburg am Stadtrand von Oldenburg.
Schüler der Oldenburger Waldorfschule besuchten vor 2 Jahren das Theaterstück „Blankenburg“. Danach, und durch die Forschung des Medizinhistorikers Dr. Ingo Harms, sowie durch einen Besuch der Gedenkstätte „Alte Pathologie“, wurde ihr Interesse an den Geschehnissen in Blankenburg geweckt. Es ist ihnen gelungen, Namen und Schicksal von 90 getöteten Patienten zu identifizieren.
Lotte Gott und Rasmus Helwig, Schüler der 11. Klasse der Waldorfschule, stellen die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit in einem Vortrag am 27. Januar um 20.00 Uhr im Lambertussaal vor.

Mittwoch, 10. Februar 2016 | 20 Uhr | Kulturetage, Bahnhofstraße 11 | CineK

Lesung und Konzert mit der Musikerin Esther Bejarano und der Band Microphone Mafia

Eintritt: 10,00 Euro. Wir bitten um Reservierung und Abholung der Karten bis zum 5.2.2016

Die Künstler_innen werden Lieder ihrer beiden Alben “La Vita Continua” und “per la vita!” auf der Bühne präsentieren. Zusätzlich wird die jüdische Musikerin Esther Bejarano aus ihrem 2013 erschienenen Buch “Erinnerungen – Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts” lesen und aus ihren Erfahrungen in der NS-Zeit berichten. Esther Bejarano hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Ihre Eindrücke, ihre Herkunft, ja ihre Geschichte drückt sie dabei seit Jahren schon zusammen mit ihrem Sohn Joram sowie weiteren Musiker_innen aus.

In Kooperation mit dem Feministischen Referat der Universität Oldenburg sowie der Ev. Akademie Oldenburg

Desert Inspiration

Veranstaltungshinweis:

Im Casablanca, Johannisstraße 17 (Pferdemarkt) findet am Montag, 8. Juni um 19.00 Uhr eine Filmvorführung mit Livekonzert statt:

 

 

Desert Inspiration

Der deutsche Sinto und Gitarrist Lulo Reinhardt reist in den Süden Marokkos. Er taucht ein in die Welt der Berber, die in ihrer Musik, ihrer Poesie und ihren Tänzen. In einer kleinen Oasenstadt am Ufer der Draa trifft er seinen Freund Cherif El Hamri wieder, Musiker und Instrumentenbauer, der ihn in die Geheimnisse der Kalligrafie einweiht. Hier begegnet er auch einer Gruppe jugendlicher Berber, die im Spannungsfeld zwischen traditioneller Kultur und westlicher Zivilisation auf der Suche nach der eigenen Identität sind. 

Über die Musik finden sie schnell eine gemeinsame Sprache. Lulo Reinhardt verbindet seine von Sinti Swing, Rumba und Flamenco inspirierten Kompositionen mit den hypnotischen Klängen des Ahwash, einem Ritual der Reinigung und Erneuerung, das die große Gemeinschaft von Mensch, Geist und Natur unter dem Himmel beschwört.

Desert Inspiration ist ein Kino-Event besonderer Art: Die Vorführung des einstündigen Films ist verbunden mit einem Live-Konzert . Es treten Lulo Reinhardt, der Percussionist Uli Krämer und Cherif El Hamri aus Marokko auf. Ein musikalischer Leckerbissen für alle, die sich für das Genre Weltmusik begeistern. 

Von Robert Krieg und Monika Nolte D 2014, OmU, Konzert & Film 120 Min. Eintritt 15 Euro.

http://www.casablanca-kino.de/

lulo-reinhardt pour_cherif

Lulo Reinhardt spielt zusammen mit seiner Nichte Sibel im Film Newo Ziro (Neue Zeit), ein Film ebenfalls von den Regisseur_innen Robert Krieg und Monika Nolte

Newo Ziro

 


 

„Leben ohne Aussicht“

Abgeschoben in die Unsicherheit

Recherchen zur Situation der Roma im Kosovo, Serbien und Mazedonien

Donnerstag, 2. Juli 2015, 19.30 Uhr

IBIS-Halle, Klävemannstraße 16, Oldenburg

Vortrag, Fotos, Filme, Publikumsgespräch

von und mit JEAN-PHILIPP BAECK, taz-Redakteur, Bremen

Soziologe und Kulturwissenschaftler. Schwerpunkte:Innen- undSozialpolitik,

Migration und Flüchtlinge, Rassismus und Antisemitismus


Eintritt frei, Spenden erwünscht

Wenn die Flüchtlingszahlen steigen, reagiert die deutsche Politik: Indem vielen Asylbewerber_innen abgesprochen wird, verfolgt zu werden und die Asylverfahren verkürzt werden, um Menschen schneller wieder loszuwerden.
Im Herbst erweiterte die Bundesregierung aus diesem Grund die Liste angeblich „sicherer Herkunftsstaaten“, um die Länder Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Per Dekret wurde festgelegt, dass es in diesen Ländern keine Diskriminierung oder Verfolgung gebe,, die einen Grund für Asyl darstellen. Auch das Kosovo war Anfang 2015 für diese mmigrationspolitisch motivierte Liste im Gespräch. Dabei hat vor allem die Minderheit der Roma in diesen südost-europäischen Ländern unter rassistischen Anfeindungen, Diskriminierungen und systematischer Ausgrenzung zu leiden. Sie werden als Roma nicht zur Erwerbsarbeit zugelassen, haben oft keine Zugang zur Gesundheitsversorgung und sind tätlichen Angriffen ausgesetzt.
Taz-Redakteur Jean-Philipp Baeck hat sich in Serbien, Mazedonien und im Kosovo selbst ein Bild gemacht. Mit einer Gruppe von Aktivist_innen, Ärzt_innen und Anwält_innen recherchierte er in Dörfern im Osten Kosovos, am Rande Belgrads oder in der größten Roma-Siedlung in Skopje.
Die Gruppe besuchte vor allem Familien, die aus Deutschland abgeschoben wurden. Mit Fotos und kurzen Filmbeiträgen wird er darlegen, warum weder das Kosovo noch Serbien oder Mazedonien für Roma sicher sind und erklären, wie Antiziganismus vor Ort und in der deutschen Politik bis heute das Leben der Roma bedroht.

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.
in Kooperation mit dem Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. und IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle

Hier ein Link zu einer Broschüre: 

http://www.alle-bleiben.info/wp-content/uploads/2014/12/kosovo_web.pdf