Texte zu Veranstaltungen

Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus

am 26. Januar 2015, 19 Uhr

Lebensunwert -
zerstörtes Leben

Medizinische Verbrechen an Roma und Sinti im NS-Oldenburg

Dr. Ingo Harms, Forschungsstelle Geschichte der Gesundheits- und Sozialpolitik, Uni OL

KinOLaden von WERKSTATTFILM, Wallstraße 24

Forschungen zur Medizin im Nationalsozialismus

Vorgeschichte - Verbrechen - Nachwirkungen
Schriftenreihe der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Band 3

von: Alfred Fleßner, Uta George, Ingo Harms, Rolf Keller

Neue Untersuchungen über Voraussetzungen, Geschichte und Folgen der Medizin im Nationalsozialismus. Während der NS-Herrschaft erfolgte eine Radikalisierung der medizinischen Behandlung bis hin zu Zwangssterilisationen und Massenmord. Vorbereitet wurde diese Entwicklung bereits in den Jahrzehnten zuvor in den Diskursen über das »lebensunwerte Leben«. Die dabei geprägten Denkmuster und Menschenbilder sind bis heute nicht vollständig überwunden.

                    Leseprobe                 

mit freundlicher Genehmigung des Wallsteinverlags 

http://wallstein-verlag.e-bookshelf.de/forschungen-zur-medizin-im-nationalsozialismus-2770580.html


 

am 29. Januar 2015, 19 Uhr

Wissenschaft und Nationalsozialismus

Wo die Ethik auf der Strecke blieb

Ein Lehrstück über nationalsozialistischen Rassenwahn und medizinische Forschungen, 

Der Fall Dr. Karin Magnussen

Einige Exemplare sind noch beim Autor für 5€ und 3€ Versandkosten erhältlich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

KinOLaden von WERKSTATTFILM, Wallstraße 24 

“Der Biologe darf sich [...] nicht auf sein enges Gebiet beschränken, sondern muss als Vorkämpfer für den rassischen Gedanken, ausgestattet mit dem Material seiner Wissenschaft, vordringen in andere Gebiete, um auch dort zur Weiterforschung mit neuen Erkenntnissen anzuregen. [...] Der Biologe hat die Pflicht der Jugend die Augen zu öffnen für die Bedeutung der Rasse in Geschichte und Gegenwart, in der deutschen Politik und in den großen Zusammenhängen der Weltpolitik.”

Es sind dies Worte einer Biologie-Lehrerin. Sie stammen aus ihrem Buch: “Rassen- und bevölkerungspolitisches Rüstzeug”, das während der NS-Zeit drei Auflagen erlebte und sich explizit an Biologielehrer richtete.

Schreiben also Biologen Geschichte und machen sie nicht nur? Aus der Sicht der Rassistin Dr. Karin Magnussen zweifelsohne. 1909 geboren, wuchs sie in der Hansestadt Bremen auf, studierte in Göttingen, promovierte und gelangte 1941 schließlich an das renomierte Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem, in dessen Gebäude heute das Otto-Suhr-Institut der FU Berlin untergebracht ist. Eine fulminate Karriere einer Parteigenossin (1931 Parteieintritt), die wissenschaftlich nichts vorweisen konnte.

In Berlin-Dahlem konnte sie freilich nicht nur theoretisieren. In ihrer wissenschaftlichen Praxis befasste sie sich mit Augen. Es resultierten daraus Projekte, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte. Eins befasste sich mit verschiedenfarbigen Augen (Heterochromie). Diese Menschen haben z.B. ein blaues und ein braunes Auge. Einem Kollege Magnussens war dies bei einer Sinti-Familie aus Norddeutschland aufgefallen. Nachdem er Magnussen darüber informiert hatte, bestellte sie sich diese Familienmitglieder in ihr Institut und machte Aufnahmen von diesen Augen. Ihr Pech: im März 1943 wurden die gesamte Familie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ihr Glück: ein weiterer Kollege von ihr arbeitete dort: Dr. Dr. Mengele. Er versprach ihr, ihr die Augen der Opfer zukommen zu lassen, wenn sie einmal sterben sollten.
Dies geschah dann auch merkwürdigerweise ziemlich bald und nachdem Magnussen Menschenversuche an diesen Opfern durch Mengele hatte durchführen lassen. Er tröpfelte ihnen eine Flüssigkeit in die Augen, um dadurch die “störende Anomalie” zu beseitigen, wie Magnussen dem Autor Mitte der 90er Jahre mitteilte. Merkwürdig auch, dass alle Opfer nahezu gleichzeitig starben bzw. sterben mussten, denn der ungarische Pathologe Miklos Nyiszli, den Mengele in Auschwitz zwangsverpflichtet hatte, stellte nach der Obduktion fest, dass die Kinder durch eine Herzinjektion getötet worden waren. 

Kurze Zeit danach hatte Magnussen die Augen in ihrem Institut auf dem Tisch liegen und fertigte von ihnen histologische Schnitte an.

Das Buch schildert diesen Fall ausführlich und dokumentiert eine rassistische Wissenschaft, die - gefördert durch öffentliche Gelder - den Tod ihrer Opfer einplante.

Magnussen kam nach 1945 wieder nach Bremen zurück. Sie unterrichtete unbehelligt an einem Bremer Gymnasium - Biologie...

http://de.wikipedia.org/wiki/Karin_Magnussen

http://www.hans-hesse.de


 

am 1. Februar 2015, 19 Uhr

Sinti und Roma
als „Thema“ in der Schule

AG für den Frieden der Kooperativen Gesamtschule Rastede

bei IBIS Interkulturelle Arbeitsstelle, Klävemannstraße 16

 Die AG „Für den Frieden“ und das Themenfeld „Sinti und Roma“

Aktionen und Veranstaltungen an der KGS Rastede 2000 – 2007

  • „WinterZeit“ – Diskussionsveranstaltung mit Walter Stanoski Winter – 12. Januar 2000
  • Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar 2000
  • „und dein Nachbar nur ein Ausländer? – Über den Zauber einer Welt in multikulti“ – Podiumsdiskussion – 22. Mai 1999
  • Schüler und Schülerinnen gemeinsam gegen Rechts – Demonstration und Kundgebung – 17. Oktober 2000
  • Der nationalistische Völkermord an den Sinti und Roma – Ausstellung – 1. März 2002 bis 15. März 2002
  • „Roma bleiben hier“ – Unterschriftensammlung – 29. April 2003
  • „Schimpft uns nicht Zigeuner!“ – Veranstaltung mit Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) – 5. November 2003
  • Sinti und Roma – Bürger dieses Staates – Ausstellung – 27. Januar 2005 bis 4. Februar 2005
  • Sinti und Roma und das Mahnmal – Workshop – 22. April 2005
  • „Auf Wiedersehen im Himmel“ – Autorenlesung mit Michail Krausnick – 16. Juni 2005
  • „Meine hundert Leben“ – Vortrag und Diskussion mit Ewald Hanstein (Bremer Sinti Verein) – 27. Juni 2006

Aktionen und Veranstaltungen außerhalb der KGS Rastede

  • Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma und seine Auswirkungen in der Gegenwart – Workshop 10. Mai 2002 bis 12. Mai 2002 – Heidelberg 
  • Gedenkveranstaltung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma anlässlich der Ermordung der letzten Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau am 2. / 3. August 1944 – 1. August 2002 bis 4. August 2002 – Oświęcim
  • Sinti und Roma - Interview bei Oldenburg 1 (O1) – 26. Februar 2003 – Oldenburg
  • Einweihung des Denkmals für die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Leipziger Sinti und Roma – 25. März 2003 – Leipzig
  • Gedenkfahrt des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in das Staatliche Museum Auschwitz aus Anlass des 60. Jahrestages der Ermordung der letzten Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz- Birkenau am 2. / 3. August 1944 – 31. Juli 2004 bis 5. August 2004 – Oświęcim
  • Ein Mahnmal für Sinti und Roma – Unterschriftensammlung Juni 2005 bis September 2005 – Rastede, Oldenburg, Saarbrücken, Düsseldorf, Hannover, Berlin, Köln, Lauchhammer
  • Sinti und Roma – Workshop auf dem 3. Zukunftstag Schule – 1. Juni 2006 – Lingen
  • Die AG „Für den Frieden“ und die Sinti und Roma – Präsentation auf dem „Forum des Gedenkens“ zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ – 27. Januar 2007 – Nienburg

ag-fuer-den-frieden.de

Materialien

Im schulischen Rahmen stellt die Behandlung der Kultur und der Geschichte deutscher Sinti und Roma nach wie vor eine Seltenheit dar. Findet eine Thematisierung statt, bewegt sich diese oftmals auf einer abstrakten Ebene, die Perspektive von Sinti und Roma wird nur in wenigen Fällen – etwa durch die Implementierung entsprechender Quellen oder den direkten Austausch im Unterricht – eingenommen. Eine vom Zentrum für Lehrerbildung der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg erstellte Handreichung versucht interessierten Lehrer/innen geeignetes Material an die Hand zu geben, um sich dem Thema Sinti und Roma in Deutschland im Unterricht anzunehmen. 
Das umfangreiche Material bietet neben einem ausführlichen Überblick über den aktuellen Stand in Bezug auf die Behandlung des Themas innerhalb der Brandenburger Bildungslandschaft zahlreiche Überlegungen und Anregungen für die transdisziplinäre Einbettung der Thematik in den Unterricht. Darüber hinaus beinhaltet die Handreichung verschiedene Materialien, die konkret für die Verwendung im Unterricht erarbeitet und zusammengestellt wurden. Dadurch bietet die Publikation interessierten Multiplikator/innen auf verschiedenen Ebenen hilfreiche Denkanstöße und Informationen

http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/11807 Handreichung

Begegnung und Verständigung - Landesverband Sinti und Roma ...

Wilhelm Solms Zigeunerbilder deutscher Dichter

Wilhelm Solms Zigeunerbilder deutscher Dichter

Wir laden ein:

 


am 26. Januar 2015, 19 Uhr

Lebensunwert - zerstörtes Leben

Medizinische Verbrechen an Roma und Sinti im NS-Oldenburg

Dr. Ingo Harms Forschungsstelle Geschichte der Gesundheits- und Sozialpolitik, Uni OL

im KinOLaden von WERKSTATTFILM, Wallstraße 24 


am 27. Januar 2015, 12 Uhr

Treffen am Gedenkstein

zur Erinnerung an die 74 von den Nationalsozialisten deportierten 
und ermordeten Oldenburger Sinti und Roma 

Friedhofsweg beim ehemaligen Ziegelhof


am 29. Januar 2015, 19 Uhr

Wissenschaft und Nationalsozialismus

Wo die Ethik auf der Strecke blieb

Dr. Hans Hesse, Mitautor von dem Buch „Vom Schlachthof nach Auschwitz“ 

im KinOLaden von WERKSTATTFILM, Wallstraße 24 


am 1. Februar 2015, 19 Uhr

Sinti und Roma als „Thema“ in der Schule

AG für den Frieden der Kooperativen Gesamtschule Rastede

bei IBIS Interkulturelle Arbeitsstelle, Klävemannstraße 16 


 

Jeweils zu den Veranstaltungen: 

DIE GEDANKEN SIND FREI

AUSSTELLUNG

Künstlerin und Roma-Aktivistin Marika Schmiedt

– politische Kunst –

Die Ausstellung von Frau Marika Schmiedt, Künstlerin und Romaaktivistin aus Österreich zeigen wir zusätzlich zu den Vorträgen. Die Künstlerin macht Collagen, Bilder, Filme, die weh tun. Sie muss. Als Romni kann sie nicht anders, als die überall wahrgenommene Diskriminierung von Roma und Sinti zum Thema zu machen. Empörung, Wut, Verzweiflung spricht aus ihrer Arbeit. Die Plakate sind nicht immer ohne Hintergrundwissen der Ereignisse zu verstehen, eine Ablehnung, sie zu zeigen, hatten wir schon: „zu politisch“. Wir hoffen, dass Sie ihnen „politsch genug“ ist, provozierend wie Ihr Vorbild John Heartfield.

marikaschmiedt.wordpress.com ARTBRUT

 

Gegen Diskriminierung und Rassismus


Dieses Jahr haben wir eine kleine Veranstaltungsreihe um den 27. Januar herum organisiert, denn dann jährt sich die Befreiung des „Konzentrationslagers“ Auschwitz durch die Rote Armee zum 70. Mal. Offiziell „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ genannt, ist dieses Datum seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. 

„Ich wünsche mir, dass der 27. Januar zu einem Gedenktag des deutschen Volkes, zu einem wirklichen Tag des Gedenkens, ja des Nachdenkens wird. Nur so vermeiden wir, dass er Alibi-Wirkungen entfaltet, um die es uns am allerwenigsten gehen darf.“ Zitat Bundespräsident Roman Herzog 

Wir wollen durch diese Veranstaltungsreihe den „blinden Fleck“ (Sinti und Roma) in der „Erinnerungskultur“ sichtbar machen und gleichzeitig dazu aufrufen, uns bei diesem Bemühen zu unterstützen. 

Mit dem Anmieten des Zentrums MAROKHER im Stadtteil Kreyenbrück vor zwei Jahren ist z.B. die Unterstützung und Beratung durch die Oldenburger Arbeitsloseninitiative ALSO (2 mal im Monat im Zentrum) möglich geworden. Diese praktische Arbeit hat selbstverständlich Vorrang vor solchen aufwendigen Veranstaltungen. 

Wir würden uns freuen, Sie/Euch bei den Veranstaltungen zu sehen und über das Gehörte hinaus Sie/Euch in unserem Kreis willkommen zu heissen. 

Mit freundlichen Grüßen, der Freundeskreis 

Texte zu den Veranstaltungen

Sonderausgabe Newess 27.Januar 2015.pdf

Auftritt auf dem Kultursommer 2013:

Leider sind zum zweiten Mal die Homepageseiten "verschwunden" – einmal wurde die Seite gehackt, das zweite Mal war die Datenbank gelöscht.

Backup war nicht vorhanden, sondern nur die Texte und Bilder. So wird es etwas dauern, bis die Seiten wieder da sind.

Aus Aktualität ist die Veranstaltungswoche jetzt veröffentlicht wurden – wenn wieder Zeit ist, kommen die fehlenden Seiten _ versprochen!

Der Auftritt von Romano Schwarz, Gesang, Sologitarre, Patrick Schwarz, Rhythmusgitarre,  Wolfgang Köhler Rhythmusgitarre, Antonio D‘Amico,
Kontrabaß auf dem Oldenburger Kultursommer

 

 

Mit Ihrer Band "Gipsy-Lounge", Swing-Jazz nach Django Reinhardt. Patrick "Barono", der Bruder von Romano war zur Unterstützung dabei. 

 

 

Und der "Nachwuchs" hatte auch schon einen "Gig": Was er vorher im Gitarrenntericht in unserem Zentrum gelernt hatte, spielte er selbstbewusst vor großem Publikum vor. Respekt!