Desert Inspiration

Veranstaltungshinweis:

Im Casablanca, Johannisstraße 17 (Pferdemarkt) findet am Montag, 8. Juni um 19.00 Uhr eine Filmvorführung mit Livekonzert statt:

 

 

Desert Inspiration

Der deutsche Sinto und Gitarrist Lulo Reinhardt reist in den Süden Marokkos. Er taucht ein in die Welt der Berber, die in ihrer Musik, ihrer Poesie und ihren Tänzen. In einer kleinen Oasenstadt am Ufer der Draa trifft er seinen Freund Cherif El Hamri wieder, Musiker und Instrumentenbauer, der ihn in die Geheimnisse der Kalligrafie einweiht. Hier begegnet er auch einer Gruppe jugendlicher Berber, die im Spannungsfeld zwischen traditioneller Kultur und westlicher Zivilisation auf der Suche nach der eigenen Identität sind. 

Über die Musik finden sie schnell eine gemeinsame Sprache. Lulo Reinhardt verbindet seine von Sinti Swing, Rumba und Flamenco inspirierten Kompositionen mit den hypnotischen Klängen des Ahwash, einem Ritual der Reinigung und Erneuerung, das die große Gemeinschaft von Mensch, Geist und Natur unter dem Himmel beschwört.

Desert Inspiration ist ein Kino-Event besonderer Art: Die Vorführung des einstündigen Films ist verbunden mit einem Live-Konzert . Es treten Lulo Reinhardt, der Percussionist Uli Krämer und Cherif El Hamri aus Marokko auf. Ein musikalischer Leckerbissen für alle, die sich für das Genre Weltmusik begeistern. 

Von Robert Krieg und Monika Nolte D 2014, OmU, Konzert & Film 120 Min. Eintritt 15 Euro.

http://www.casablanca-kino.de/

lulo-reinhardt pour_cherif

Lulo Reinhardt spielt zusammen mit seiner Nichte Sibel im Film Newo Ziro (Neue Zeit), ein Film ebenfalls von den Regisseur_innen Robert Krieg und Monika Nolte

Newo Ziro

 


 

„Leben ohne Aussicht“

Abgeschoben in die Unsicherheit

Recherchen zur Situation der Roma im Kosovo, Serbien und Mazedonien

Donnerstag, 2. Juli 2015, 19.30 Uhr

IBIS-Halle, Klävemannstraße 16, Oldenburg

Vortrag, Fotos, Filme, Publikumsgespräch

von und mit JEAN-PHILIPP BAECK, taz-Redakteur, Bremen

Soziologe und Kulturwissenschaftler. Schwerpunkte:Innen- undSozialpolitik,

Migration und Flüchtlinge, Rassismus und Antisemitismus


Eintritt frei, Spenden erwünscht

Wenn die Flüchtlingszahlen steigen, reagiert die deutsche Politik: Indem vielen Asylbewerber_innen abgesprochen wird, verfolgt zu werden und die Asylverfahren verkürzt werden, um Menschen schneller wieder loszuwerden.
Im Herbst erweiterte die Bundesregierung aus diesem Grund die Liste angeblich „sicherer Herkunftsstaaten“, um die Länder Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Per Dekret wurde festgelegt, dass es in diesen Ländern keine Diskriminierung oder Verfolgung gebe,, die einen Grund für Asyl darstellen. Auch das Kosovo war Anfang 2015 für diese mmigrationspolitisch motivierte Liste im Gespräch. Dabei hat vor allem die Minderheit der Roma in diesen südost-europäischen Ländern unter rassistischen Anfeindungen, Diskriminierungen und systematischer Ausgrenzung zu leiden. Sie werden als Roma nicht zur Erwerbsarbeit zugelassen, haben oft keine Zugang zur Gesundheitsversorgung und sind tätlichen Angriffen ausgesetzt.
Taz-Redakteur Jean-Philipp Baeck hat sich in Serbien, Mazedonien und im Kosovo selbst ein Bild gemacht. Mit einer Gruppe von Aktivist_innen, Ärzt_innen und Anwält_innen recherchierte er in Dörfern im Osten Kosovos, am Rande Belgrads oder in der größten Roma-Siedlung in Skopje.
Die Gruppe besuchte vor allem Familien, die aus Deutschland abgeschoben wurden. Mit Fotos und kurzen Filmbeiträgen wird er darlegen, warum weder das Kosovo noch Serbien oder Mazedonien für Roma sicher sind und erklären, wie Antiziganismus vor Ort und in der deutschen Politik bis heute das Leben der Roma bedroht.

Veranstalter: Förderverein internationales Fluchtmuseum e.V.
in Kooperation mit dem Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. und IBIS-Interkulturelle Arbeitsstelle

Hier ein Link zu einer Broschüre: 

http://www.alle-bleiben.info/wp-content/uploads/2014/12/kosovo_web.pdf

Filmreihe März 2015

Wahre Bilder sind nicht schön, schöne Bilder sind nicht wahr, das war das Motto der Ausstellung der Künstlerin und Romaaktivistin Marika Schmiedt aus Österreich, die wir zu den Veranstaltungen im Januar ausgestellt hatten. Zusammen mit WERKSTATTFILM zeigen wir nun eine Filmreihe zum „Themenschwerpunkt Sinti und Roma“ vom 25. bis 28. März 2015 in den Räumen des KINOLADENS, Wallstraße 24, 26122 Oldenburg. Dort werden wieder BILDER gezeigt, die die eigenen Bilder im Kopf entweder bestätigen, oder, was wir uns wünschen, in Frage stellen.

Hierzu gibt es eine Vereinszeitschrift "Newess" und ein Faltblatt

 

 

Mittwoch, 25. März, 19.00 Uhr

Forest is like the mountains

Auf einem Hügel am Rand der rumänischen Kreisstadt Sfäntu Gheorghe liegt ein Roma-Dorf. Die Nähe zur Stadt ist kaum zu erahnen. Straßen sind unbefestigt, Pferdegespanne dienen als Transportmittel, Felder werden noch mit der Sense bestellt. Die Roma passen sich der Natur an und ernten, was der Boden gerade hergibt. Eines wird immer gebraucht: Holz zum Heizen. Doch das Überleben in der heutigen Zeit ist schwieriger geworden.

Abgesehen von der alljКhrlichen Kartoffelernte gibt es kaum noch bezahlte Arbeit für Ungelernte, nicht einmal in der weiteren Umgebung. Auch die  Zukunftsperspektive zeichnet Dorf-Chef Aron düster, denn ohne Geld könne man nicht in der Politik mitmischen und sich Gehör verschaffen. Starker Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt und fester Glaube entschädigen. Und trotzdem spürt die kleine Lavinia den Mangel und weint hungrig: „Nie haben Roma Geld!“

Christiane Schmidt und Didier Guillain gelingt ein auІergewöhnlich tiefer, dicht gewebter und mit ruhiger Hand geführter Einblick in das Leben dieser so häufig verschmähten und mit Vorurteilen behafteten Bevölkerungsgruppe. Man lebt den Wechsel der Jahreszeiten förmlich mit und gerät in den Sog der familiären Gemeinschaft.

Regie: Christiane Schmidt, Didier Guillain, Deutschland, Rumänien 2014, OmU

Darsteller: Beniamin Boros, Iosif Boros, Simon Boros, Aronela Coscodar, Lavinia Coscodar, Aron Lingurar,

 

 

Donnerstag, 26. März, 19.00 Uhr

Just the wind

Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile: In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die Täter sind entkommen, niemand will eine Ahnung davon haben, wer das Verbrechen begangen hat. Eine andere Roma-Familie, die nahe dem Tatort lebt, sieht sich in ihrer latenten, mühsam verdrängten Angst bestätigt.

Der Vater ist weit weg in Kanada; er möchte seine Frau, die Kinder und den Großvater nachholen, sobald es ihm möglich ist. Die Familie, von rassistischem Terror bedroht und von einer schweigenden Mehrheit im Stich gelassen, versucht den Tag nach der Tat zu überstehen. Und abends, als die Dunkelheit über das Dorf hereinbricht, rückt man im Bett noch enger zusammen als sonst. Doch die Hoffnung, dem Wahnsinn zu entkommen, erweist sich als trügerisch.

Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in wenig mehr als einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Bence Fliegauf die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht.

Regie: Bence Fliegauf, Darsteller: Lajos Sárkány, Katalin Toldi, Gyöngyi Lendvai, György Toldi,

Berlinale 2012: • Silberner Bär - Großer Preis der Jury • Friedensfilmpreis • Amnesty International Filmpreis Istanbul International Film Festival 2012

Deutschland, Rumänien 2014, OmU Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €

 

 

Freitag, 27. März, 19.00 Uhr

Der zerbrochene Klang

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebten jüdische und Roma-Musikerfamilien in Bessarabien zusammen, heirateten untereinander und musizierten gemeinsam. Diese jüdischen Klezmer-und Roma-Lautarmusiker formten eine einzigartige Musikkultur, die durch den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. 70 Jahre später begeben sich 14 international bekannte Musiker aus aller Welt auf eine Reise in diese Vergangenheit. Doch was zunächst als musikalische Suche nach dem zerbrochenen Klang beginnt, führt völlig unerwartet zu einer auch sehr schmerzlichen Erforschung der eigenen Identität und ihrer Stellung als Juden und Roma in und außerhalb Europas. Das frühere Bessarabien liegt innerhalb der Republik Moldau, dem heute ärmsten Land Osteuropas, welches ehemals Teil der Sowjetunion war. Vor dem Holocaust waren etwa sieben Prozent der Bevölkerung Juden, in manchen Städten gar bis zu 90 Prozent. Die Sprache in diesen osteuropäischen Schtetln war überwiegend Jiddisch. Zu der Geschichte der Roma in Bessarabien gibt es fast keine Aufzeichnungen. Bekannt ist, dass sie dort ebenso in Dörfern und Städten siedelten. Weniger als 0,5 Prozent der Bevölkerung waren, so heutige Schätzungen, Roma. Vermutet wird, dass sich die Zahlen der heutigen Romabevölkerung wieder dem Vorkriegsstand angenähert haben.

Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €

 

 

Samstag, 28. März, 19.00 Uhr, Eintritt frei

Kurzfilmprogramm „Antiziganismus“

In dieser Dokumentarfilmreihe zum Thema »Antiziganismus« kommen Sinti und Roma selber zu Wort. Anstelle weiterer Fremdbeschreibungen und Reden über stehen im Zentrum der Filme Selbstbeschreibungen von Sinti und Roma verschiedener Generationen sowie die Darstellung der Vorurteile ihnen gegenüber, die zu Diskriminierungen führen.

Inhaltlich geht es in den Filmen um die folgenden Aspekte:

  • Unterschiedliche individuelle Lebensläufe und Lebenswirklichkeiten - Wie sieht das tatsächliche Leben von Sinti und Roma aus, wie ist ihr Selbstbild? Darstellung der eigenen Kultur; Unterschiede zwischen Sinti und Roma
  • Geschichte und Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma, der Völkermord in der Nazidiktatur und seine Auswirkungen; Umgang mit den hier entstandenen individuellen und kollektiven Traumata
  • Tradition des »Zigeuner«-Begriffes und Umgang mit Fremd- und Selbstzuschreibungen; Darstellung der Stereotypen und Vorurteile in der Mitte der Bevölkerung (Antiziganismus); Darstellung von Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen von Sinti und Roma heute, daraus folgende Ängste und Scham
  • Thema Migration und Abschiebung: Wie ist der Umgang mit Flüchtlingen, von denen ein Teil Roma sind? Welche Folgen hat der unsichere aufenthaltsrechtliche Status für das Leben?
  • Thema Armut und deren Instrumentalisierung: »Problem-Orte« wie Duisburg oder Dortmund aus dem Blickwinkel der verschiedenen Betroffenen
  • Medienanalyse zu romafeindlicher Berichterstattung mit Vorurteilen und rassistischen Stereotypen

Die Filmreihe thematisiert Überlegungen zur Verbesserung der Situation des Zusammenlebens: Wahrnehmung und Reflexion von Stereotypen und Vorurteilen sind die Voraussetzungen für Veränderungen. Ziel der Filmreihe ist die Akzeptanz von Diversität, eine Sensibilisierung und der Abbau von Vorurteilen.

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